300 Janine Wissler Hintergrund weissJanine Wissler

Schloßplatz 1-3
65183 Wiesbaden
Zimmer: 217M

0611 - 350.6073

Sprecherin für: Energiepolitik, Forschungspolitik, Gentechnologie, Jugendpolitik, Verkehrspolitik, Wirtschaftspolitik, Wissenschaft u. Kunst

Ausschüsse

  • Wirtschaft und Verkehr (WVA)
  • Wissenschaft und Kunst (WKA)

Rückkehr zu G9 ist nötig

Janine Wissler (DIE LINKE):

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Herr Döweling, ich habe mich jetzt zu Wort gemeldet,
weil Sie genau das Problem geschildert haben, das jetzt durch die Wahlfreiheit eintritt. Sie haben
nämlich davon gesprochen, welche Diskussionen jetzt natürlich in den Schulen anfangen. Das Problem
ist doch gerade, dass die Landesregierung versucht, den ganzen Streit, den ganzen Ärger, aber
Vorläufiger Bericht der 124. Plenarsitzung • 18. Wahlperiode • 12. Dezember 2012 127
auch die Verantwortung, die Sie für dieses G-8-Desaster haben, jetzt einfach an die Schulen abzuschieben,
nach dem Motto: Sollen die sich doch darum kümmern, sollen die doch den Ärger mit Eltern,
Lehrern und Schülern haben, sollen die sich rumärgern, welchen Weg sie jetzt gehen wollen.
(Beifall bei der LINKEN und der SPD)
Damit lassen Sie die Schulen in einer ganz schwierigen Situation wirklich alleine. Natürlich sind jetzt
die Lehrpläne und alles umgestellt. Natürlich bedeutet es nochmals einen Kraftakt, jetzt an den
Schulen zu G 9 zurückzukehren. Natürlich wird das Konflikte mit sich bringen.
Sie haben noch einmal den ländlichen Raum angesprochen. Gerade das ist doch das Problem. Natürlich
gibt es beispielsweise in Frankfurt mehrere Schulen, die gut erreichbar sind, und die Schüler können
sich entscheiden, ob sie auf diese oder auf jene Schule gehen wollen. Aber Sie kommen doch
selbst aus dem ländlichen Raum. Sie wissen doch, dass es im ländlichen Raum teilweise nur eine
Schule gibt, die überhaupt in erreichbarer Nähe liegt und es dann keinerlei Wahlfreiheit gibt, wenn diese
Schule entweder G 8 oder G 9 hat. Gerade im ländlichen Raum ist doch die Wahlfreiheit überhaupt
nicht gegeben.
Ich will auch nochmals darauf hinweisen, dass doch immerhin Bundesbildungsministerin Schavan davor
gewarnt hat, dass man zu einem Zweiklassenabitur kommt.
Sie können mit dem Kopf schütteln, aber das ist nun einmal die Bildungsministerin der schwarz-gelben
Bundesregierung. Sie hat vor einem Nebeneinander von G 8 und G 9 gewarnt.
Lernen braucht Zeit. Deshalb ist es natürlich richtig, nach diesem G-8-Desaster jetzt die Schlussfolgerung
zu ziehen und zu G 9 zurückzukehren – anstatt einfach zu sagen: Wahlfreiheit, jeder soll entscheiden,
wie er lustig ist. Denn damit schieben Sie die ganze Verantwortung einfach an die Schulen
ab. Dadurch werden Sie überhaupt nicht Ihrer Verantwortung gerecht, dieses Desaster, das Sie angerichtet
haben, jetzt wieder zu beseitigen.
(Beifall bei der LINKEN und des Abg. Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD))