300 Janine Wissler Hintergrund weissJanine Wissler

Schloßplatz 1-3
65183 Wiesbaden
Zimmer: 217M

0611 - 350.6073

Sprecherin für: Energiepolitik, Forschungspolitik, Gentechnologie, Jugendpolitik, Verkehrspolitik, Wirtschaftspolitik, Wissenschaft u. Kunst

Ausschüsse

  • Wirtschaft und Verkehr (WVA)
  • Wissenschaft und Kunst (WKA)

Kein Ruhmesblatt: Partikeltherapiezentrum am Uniklinik Gießen-Marburg endlich in Betrieb

Anlässlich der Landtagsdebatte zur Inbetriebnahme der Partikeltherapieanlage am Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) erklärt Janine Wissler, Vorsitzende und hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Dass endlich die Partikeltherapieanlage in Betrieb genommen wurde, ist kein Ruhmesblatt für Hessens Landesregierung. Denn die vertraglich vereinbarten Fristen, die bei der Privatisierung des Klinikums mit der Rhön AG verhandelt wurden, sind Jahr um Jahr immer wieder aufs Neue verlängert worden – ohne Konsequenzen von Seiten der Landesregierung.“

Natürlich sei es erfreulich, dass krebskranken Menschen nun auch in Hessen eine erfolgversprechende Behandlungsmethode zur Verfügung stehe. Allerdings habe die jetzige Inbetriebnahme mit der ursprünglichen vertraglichen Regelung nicht mehr viel zu tun, denn 75 Prozent Nutzung der Partikeltherapie werde künftig nicht durch die Rhön AG in Marburg, sondern durch das Uniklinikum in Heidelberg erfolgen. Und das wohlgemerkt mit drei Jahren Verspätung.

Wissler: „Die Landesregierung hat der Rhön AG also einen hundertprozentigen Kaufpreiserlass dafür gewährt, dass die Rhön AG 25 Prozent der Partikeltherapie übernimmt. Und das feiert Schwarzgrün nun als eine erfolgreiche Verhandlung. Was für ein verheerendes Signal wird damit an diejenigen ausgesendet, die mit dem Land Verträge schließen wollen? Und ohne das Uniklinikum in Heidelberg, wo schon seit Jahren Krebspatienten auf diese Weise behandelt werden, gäbe es bis heute keine Partikeltherapie in Marburg.

Das ist schon ein Treppenwitz der Geschichte: 2006 argumentierte die Landesregierung, man müsse das Uniklinikum privatisieren, u.a. weil man dann eine Partikeltherapieanlage errichten könne. Und jetzt ist es einem Uniklinikum im öffentlichen Besitz zu verdanken, dass dieses Vorhaben realisiert werden kann. Da kann man doch nur froh sein, dass andere Landesregierungen nicht auf die Wahnsinnsidee gekommen sind, ihre Unikliniken zu verkaufen.

Ansonsten bleibt es dabei: Wie lange muss die Pleiten-, Pech-, und Pannenliste denn noch werden, bis die Landesregierung zugibt, mit der Privatisierung des Uniklinikums Gießen und Marburg einen riesigen Fehler begangen zu haben?“